Du befindest Dich gerade in einem Albtraum... Du möchtest weg rennen, doch Du kannst nicht, denn Du klebst fest... zwischendurch wird Dir klar, dass Du träumst, doch dann vergisst Du es wieder, und lässt Dich hinein fallen... immer und immer wieder dasselbe... Du kommst nicht vom Fleck... und es soll noch eine ganze Weile dauern, bis Du fliegen lernst, und Dich fallen lassen kannst.....
Wir Menschen leben in einer Welt, in welcher wir ständig mit unserem Körper herum laufen. Wir bekommen sogar einen Namen und sehen durch unsere Augen, fühlen mit unseren Händen, hören mit unseren Ohren, riechen mit der Nase und schmecken mit der Zunge. Wir haben Emotionen und Gedanken darüber, wer wir glauben zu sein, wer wir annehmen zu sein. Doch wir sind es ganz offensichtlich nicht, denn so schnell ändern sich Gedanken und Emotionen manchmal. Meist drehen sich die Gedanken in die eine Richtung, um sich danach in eine andere Richtung zu bewegen. Es soll noch eine ganze Weile dauern, bis wir Kontrolle über unsere Gedanken und Emotionen erlangen, ohne Kontrolle ausüben zu wollen. Doch solange... wer kontrolliert eigentlich unsere Gedanken und Emotionen?
Bei einer meiner Hypnosesitzungen kam genau jemand mit dieser Frage an. Damals hatte ich selbst natürlich noch keine Ahnung. Besser gesagt: Ich hatte mir meine eigene Meinung noch gar nicht gebildet. Zumindest fand ich es damals witzig, als der Klient mir erzählte, er frage sich, wer oder was seine Gedanken steuere. Sofort hatte ich auf seinem Kopf das Bild eines Marsmännchens, welches gerade den Knopf "Gute Gefühle" betätigte. "So ein Quatsch", dachte ich, wenn nicht jeder selber denkt, wer denn dann?
Bereits da schon lief im Hintergrund mein Projekt "Psychose". Mich faszinierten solche Fälle am Ehesten, die von der Schulmedizin als "unheilbar krank" angesehen wurden. Ich hätte damals nicht im weitesten Sinne daran gedacht, so jemanden tatsächlich zu behandeln. Der eigentliche Grund, mich damit zu befassen, war, weil ich davon überzeugt war... und es heute erst recht bin, dass Psychose keine genetische Vererbung als Ursache hat, sondern dass psychische Krankheiten erlernte Zustände sind, die "heilbar" sind. Ein Psychosekranker gleicht einer Maus im Irrgarten. Man sieht nicht über die Zäune hinaus und weiss nicht recht, wo der Ausgang ist. Meist geht auch die Erinnerung verloren, wie man sich diesen Zustand antrainiert hat. Psychotiker sind körperlich meist topfit, haben ausser Ihrer Wahrnehmungsverzerrung keine Störungen, und dennoch suchen Ärzte noch immer auf der Zellebene nach Ursachen... oder haben sie's längst aufgegeben?!
Tatsächlich hatte ich selbst mit einem solchen Fall zu tun und stellte selbst fest, dass vor der Psychose meist schon klare Anzeichen vorhanden sind, die darauf hinweisen. Interessant wird jedoch erst der Übergang der Psychose selbst, in welcher man, wenn man den Patienten von aussen betrachtet, fest stellt, dass sich über seinem Kopf eine Art Filter bis in's Unendliche öffnet, der jegliche Gedanken sowie Gefühle ungefiltert hinein lässt. Und hier, an dieser Stelle, erhält der Psychotiker meist den Eindruck, vor einer Erleuchtung zu stehen..... respektive ist es, sofern sich der Psychotiker des Übergangs nun bewusst wird, der Zeitpunkt, an welchem er sich noch aus seinem Zustand hinaus manövrieren kann, hinein in einen Zustand, in welchem er Bewusstheit darüber erlangt, was gerade geschieht. Was nun unterscheidet einen Psychotiker zwischen einem Erleuchteten?
Der Unterschied ist ganz frappant. Der Psychotiker wird sich erstmals kaum mehr an den Zustand erinnern, denn von dem Moment an, an welchem er überschnappt, ist der Albtraum, in dem er sich befindet, Wirklichkeit. Manche erleben den Albtraum als etwas wunderschönes und entdecken dabei tatsächlich eine Bewusstseinserweiterung.
Der Erleuchtete wird in diesem Moment nicht von Gedanken und Emotionen bombardiert, sondern er befand sich schon Jahre zuvor auf dem Weg zu mehr Bewusstheit, und diesen Weg hat er mehr oder weniger mit der Bewusstheit getan, sein Bewusstsein zu erweitern, Freiheit zu erlangen. Freiheit heisst, sich jederzeit den Gedanken und Emotionen zuzuwenden, die einem nützlich sind und die konstruktiv sind. Der Filter scheint zwar hier gleichermassen sich aufzutun, jedoch im Sinne von Erkenntnis. Der Erleuchtete war möglicherweise zu Beginn seines Lebens in einem Albtraum gefangen, hat sich jedoch dann nach und nach empor gearbeitet, hat erstmals erkannt, dass er träumt, danach hat er womöglicherweise in Frage gestellt, ob, wenn er wach ist, auch wirklich wach ist, und ob ein Traum oder Albtraum nicht doch auch genauso real sein könnte wie die von uns so erlebte Wirklichkeit... immerhin... unser Körper sowie unser Gehirn ist nicht fähig, zu unterscheiden zwischen Imagination und Wirklichkeit.
Es gibt natürlich immer wieder Leute, die einem vormachen, dass nur sichtbare Dinge "reale" Dinge seien. Dass dem jedoch definitiv nicht so ist, weiss man schon seit einiger Zeit durch neueste Forschungen. Denn wenn nur sichtbare Dinge reale Dinge wären, dann würden wir uns wohl kaum damit beschäftigen, was wir heute anziehen sollten, warum wir uns gestern so schlücht fühlten und heute schon viel besser und morgen so richtig gut - sorry, posthypnotische Suggestionen sind hier erlaubt ;-) - und wer gerne und viel telefoniert, fragt sich wohl kaum, woher die Elektrizität oder die Energie kommt, worüber wir über die Ferne hinweg miteinander kommunizieren können *grins*.....
Eine genauso interessante Begebenheit hatte ich letztmals, als mir jemand darüber einen Vortrag hielt, warum Homöopathie nicht funktionieren könne. Weil nichts darin enthalten sei. So lautet jedenfalls die Behauptung. Und weil nichts in diesen Globuli enthalten sei, könne diese auch gar nicht wirken. Alles sei Placebo. Und Placebo kann eh nicht funktionieren. Richtig! Kann es nicht, weil Placebo nämlich einem Trugschluss zufolge einem Medikament gleichkommt, welches, wenn man es auseinander nimmt, lediglich 20% Wirkstoff nachweist und 80% "Information" darüber, was es bewirken soll. Wenn man nun diese 20% Wirkstoff ebenfalls 'raus nimmt und 100% "Information" 'rein steckt und es dem Klienten gibt, ohne genau zu sagen, was es bewirkt, würde dann einfach nichts geschehen? Was, wenn es möglich wäre, durch reine Gedankenkraft, bzw. Absicht, ein Etwas zu verändern? Ich meine... die Welt hat sich die letzten Jahrhunderte auch gewandelt, und ausnahmslos jede neue Erfindung war ursprünglich 'mal ein Gedanke... oder... nach neueren Forschungen wohl... ein Gefühl, eine Art Eingebung.
Woher nur folgten dann diese Eingebungen? Gehirnforscher sind sich mittlerweile einig, dass unser Gehirn nichts mehr und nichts weniger als die Funktion einer Antenne hat, die sendet und empfängt. Was Schamanen und andere Urvölker schon vor tausenden von Jahren wussten und wohl auch schon in Büchern stand, die dann vernichtet wurde, um uns davon abzuhalten, Macht und Kontrolle über uns selbst zu erlangen und so das System zu gefährden, kommt heute mehr und mehr in Form von neuesten, wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Vorschein. Was lange Zeit zuvor als Esoterik-Kram abgetan wurde, ist unzweifelhaft eines der grössten und grossartigsten Dinge, die je bestätigt wurden: Wir alle sind Teil eines Grossen Ganzen.
Leider enden wir hier auch schon auf dem Boden der Realität. Wir befinden uns auf sicherem Terrain. Wer weiter vordringen will und das Risiko eingeht, ein wenig als verrückt zu gelten, muss wohl oder übel das Risiko eingehen, die Falltür der Realität zu öffnen.
Ein Traum von mir, in welchem ich verfolgt wurde, endete damit, dass ich vor dem Abgrund stand. "Und wohin nun?" In dem Moment, ertönte eine sympathische Frauenstimme und verkündete stolz: "Herzlichen Glückwunsch! Sie haben den Cheat geknackt... sie befinden sich nun auf sicherem Terrain. Wählen sie aus, auf welche Art und Weise sie fallen möchten!" Und, wie in einem Computerspiel, erschien ein Menu mit x Optionen, wie ich denn gerne fallen möchte und ich probierte verschieden Varianten aus, bis mir Eine gefiel. Wobei die ersten Varianten des Fallens noch harmlos waren, waren die weiteren Varianten schon eher die Krassesten... doch ich vertraute... und liess mich soweit wie möglich fallen... und glauben sie mir... sich das Ende eines Traumes bewusst zu wählen ist wie ein Hineinfallen in eine neue Realität, in eine Sicht der Dinge, in eine Welt, in der alles auch ganz anders hätte sein können, in welcher nichts fest genagelt ist und selbst der Bezug Vergangenheit vieles in der Gegenwart zu verändern scheint. Sich hinein fallen lassen in's Unendliche..... ohne zu wissen, wohin man fällt, fliegt, gleitet... man weiss nur, dass es ein Fallen in eine glücklichere und gesündere Realität ist, in der alles möglich ist.
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