Freitag, 11. November 2016

Zivilisiertheit als Krankheit?

ADHS, Borderline, bipolare Störungen sowie Schizophrenie sind weit verbreitete Krankheiten. Mehr Menschen leiden darunter als man denkt.

Bei der Suche nach der Ursache wurde man bislang nicht wirklich fündig und es ist fraglich, ob diese Krankheiten mit der Anpassung an unsere Umwelt geschehen oder ob diese genetisch veranlagten Menschen zum Verhängnis werden.

Obwohl man die Ursache dafür bislang nicht fand, findet man, weit zurück verfolgt, bereits Ursprünge bei den Urvölkern Amerikas, welche aufgrund ihrer Unzivilisiertheit weitaus weniger auffallen. Erst seit ungefähr den 80er Jahren gibt es klinische Studien, die beweisen, dass unsere Vorfahren diese unter verschiedenen Namen publizierten Syndrome wohl an uns weiter gegeben haben.

Die Frage stellt sich, ob Zivilisation neuerdings ebenfalls als Krankheitsbild, ja, gar als Wahn unserer heutigen Gesellschaft, betrachtet werden kann. Klinische Studien dazu sind bislang leider unbekannt.


So ungefähr sinngemäss aus meiner Recherche zu diesem Thema. Das ist echt krass. Das mit den Urvölkern stand tatsächlich so sinngemäss geschrieben und ich musste schmunzeln, denn darwinistisch gesehen ist hier scheinbar eine Evolution im Gange. Es gibt mittlerweile zu viele Menschen mit "Anpassungsschwierigkeiten" an unsere Gesellschaft, als dass dies weiterhin ignoriert werden kann. Wenn man heute betrachtet, dass es zwar nach wie vor eine Minderheit ist, Dunkelziffer ausgenommen, die von psychischen sowie geistigen Beeinträchtigungen betroffen ist, ist es trotz dieser "geringen" Anzahl ein zu hoher Wert, als dass dies als "evolutionionärer Fehltritt" oder als "Missbildung" betrachtet werden kann. Können wir letztendlich von "Behinderten" lernen? Oder von "psychisch Kranken"? Ich lese gerade mit Genuss das Buch "Ich hasse dich - verlass mich nicht" von Jerold J. Kreisman und Hal Straus, das mir eine gute Freundin freundlicherweise ausgeliehen hat und merke gerade, wie ich mich hyperfokussiert auf die Thematik ADHS, Borderline und co. eingestellt habe, um mehr und tieferes über diese Syndrome heraus zu finden. Das mit den Ureinwohnern Amerikas ist mir geblieben. Und obwohl dieser Text unvollständig erscheint, verlasse ich diesen jetzt und lasse die Frage im Raum stehen, ob WIR, die offiziell diagnostiziert sind, nicht einfach an Anpassungsschwierigkeiten leiden, oder ist es das, was wir Zivilisation nennen, das uns "krank" erscheinen lässt? Es muss doch für irgend etwas nützlich sein, unter gewissen Syndromen zu leiden. Evolutionstheoretisch gesehen macht es einfach keinen Sinn, an Symptomen zu leiden, ohne dass es für unsere Entwicklung etwas brächte. Also, ich möchte es gerne so auslegen, ich möchte gerne, dass meine Idealisierung wenigstens ein kleines Bisschen mit der Realität abgleichbar wird und in mir selbst zu einer grösseren Akzeptanz heranreift und das Defizit nicht mehr als Defizit, sondern als etwas kostbares und wertvolles erscheinen lässt. Nein, nicht erscheinen, sondern dass dieses Defizit zu etwas kostbarem wird.